Kempten/ Sonthofen (mori). „Je stärker die Selbstvertretungen sind, desto besser können sie ihre Arbeit machen. Es ist wichtig, dass diese gut aufgestellt sind.“ Das betonten jetzt Markus Beck und Thomas Aurich bei der dreitägigen Fortbildung für den Gesamtwerkstattrat der Allgäuer Werkstätten. Mit dabei waren neben den jeweils zwei Vorsitzenden der jeweiligen Einrichtungshäuser auch die Vertrauenspersonen.
Schon seit vielen Jahren gibt es den Werkstattrat in den AW. Langjährige Vorsitzende des Gesamtwerkstattrates ist dabei Iris Roth. Mit ihren gewählten Kolleginnen und Kollegen bespricht sie Arbeitszeiten, Pausen, Entgeltregelungen – und kämpft auch schon mal für einen weiteren Urlaubstag für die rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Unterstützungsbedarf. „Wir haben immer wieder mal eine Fortbildung – aber bisher ging die nie über drei Tage.“
Das aktuelle Thema: die Werkstätten-Mitwirkungsverord-nung (WMVO). Als Referenten wurden dazu Thomas Aurich und Markus Beck eingeladen. Die beiden kommen selbst aus der Werkstättenarbeit und haben sich erst kürzlich mit dem Thema zusätzlich selbständig gemacht. „Wir haben dazu ein eigenes Schulungsprogramm entwickelt“, erläuterte Beck. „Denn in ihrer Vertretungsarbeit für die Menschen mit Unterstützungsbedarf wird immer mehr von ihnen gefordert!“
Bei der Fortbildung ging es um Rechte und Pflichten der Werkstatträte und der Vertrauenspersonen, um Protokolle und Aushänge, Werkstattversammlungen, um Schweigepflicht, Datenschutz, die Arbeit der Frauenbeauftragten und und und. „Eigentlich ein sehr trockenes Thema, aber der erste Tag war schon sehr kurzweilig“, berichtet Robert Walter, Werkstattleiter in Steufzgen und zugleich Vertrauensmann. An den beiden weiteren Tagen, die genauso kurzweilig und informativ waren, ging es auch um die praktische Umsetzung, individuelle Fragen, um das „anstrengende Thema“ plausibel zu machen. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die „leichte Sprache“, in der die beiden Referenten das hochkomplexe Thema den Werkstatträten näherbrachten.
Das Fazit von Iris Roth nach der Fortbildung: „Die Fortbildung war sehr gut und sehr informativ. Es gibt total viele Impulse, die wir umsetzen wollen. Die große Menge an Informationen und Anregungen, die wir vermittelt bekommen haben, geben uns Motivation für unsere WR-Arbeit; auch wenn nicht alles umgesetzt werden kann.“
Bei der Fortbildung waren auch die Vertrauenspersonen mit dabei. Erstmals fand diese Weiterbildung sogar über drei Tage statt.
Foto: moriprint