„Zam schaffa“ in der S-WfbM

Kempten(mori). „Hier wird in einem überschaubaren Umfeld geschafft, entschleunigt, aber mit viel Konzentration und großer Qualität. Die Arbeit geschieht mit viel Ruhe, gemeinsam und ohne Druck.“ Diesen Eindruck bekam Kemptens neuer Oberbürgermeister Christian Schoch bei seinem Arbeitsbesuch in der S-Werkstatt der Allgäuer Werkstätten am Eggener Berg im Rahmen der Projektwoche „Zam schaffa“ des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV). Gemeinsam mit 
Björn Athmer, Regionalgeschäftsführer Allgäu der IHK Schwaben, arbeitete Schoch für kurze Zeit in der hauseigenen Seifenproduktion mit. Ziel der Projektwoche ist es, positive Beispiele der beruflichen Inklusion und Teilhabe sichtbar zu machen – und ein Gespür für deren Arbeit zu vermitteln.

53 Menschen mit einer seelischen Beeinträchtigung arbeiten in der S-Werkstatt der AW. Die einzelnen Diagnosen sind laut Sozialdienstler Bernhard Kohler sehr verschieden und so ist auch die Begleitung durch das 10köpfige hauptamtliche Personal individuell. Und anders wie in den anderen Einrichtungen der Allgäuer Werkstätten hat dieser Personenkreis dieses Handicap nicht gleich mit der Geburt, sondern die Erkrankung erfolgt während der Schulzeit, in der Ausbildung, während des Arbeitslebens.

Nach einer kurzen Einführung durch Betriebsleiter Peter Scheuermann und AW-Geschäftsführer Matthias Zimmermann, sowie einem kurzen Rundgang, ging es für die beiden Gäste aus Politik und Wirtschaft an „ihren“ Arbeitsplatz. Mit Kittel und Haarnetz nahmen OB Schoch und Björn Athmer in der Seifenabteilung Platz und ließen sich von den Mitarbeitern dort in ihre Tätigkeit einführen. Während Kemptens OB die Seife in Flaschen abfüllte und feststellte, dass jede Ablenkung zu einer fehlerhaften Abfüllung führen kann, klebte Athmer die Etiketten auf die Flaschen. Später half Athmer dann noch in der Imker-Abteilung, stellte Wachsplatten her und schnitt diese auch zu. Dabei stellte er fest, dass es gar nicht so leicht ist, das flüssige Wachs passgerecht in die Wabenform zu gießen.

In der gemeinsamen Abschiedsrunde meinte der Regionalgeschäftsführer Allgäu der IHK Schwaben: „Die Allgäuer Werkstätten leisten wertvolle Arbeit für Gesellschaft und Wirtschaft im Allgäu. Zufriedene und glückliche Mitarbeitende sind das beste Zeichen dafür, dass das Miteinander großgeschrieben wird und Arbeit Freude bereitet.“ Er zeigte sich ebenso wie Schoch beeindruckt von dem Einblick in die Tätigkeiten der Werkstatt für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen. Betriebsleiter Peter Scheuermann betonte: „Solange der 1. Arbeitsmarkt nicht inklusiv ist, braucht es auch die Werkstätten.“ Für Matthias Zimmermann symbolisieren die Werkstätten auch die Teilhabe am Arbeitsleben.

Zu Wort kamen auch zwei Mitarbeitende auf Außenarbeitsplätzen, die über Intregra Kempten / Oberallgäu von Werner Gäkle betreut werden. Während Thomas Wawrzinek das „backup“ – die Sicherheit durch die Werkstatt schätzt, strebt Daniel Frick beim Ökomobil der Stadt Kempten eine sozialversicherte Festanstellung an. Seinen Wunsch trug er auch gleich OB Schoch vor. Zimmermann: „Es ist wichtig, dass unsere Mitarbeitenden diese Entscheidungen selbst treffen.“ 

  • Zwei Männer in grauen Arbeitskitteln und Haarnetzen stehen nebeneinander und lächeln. Beide zeigen mit ihren Daumen ein positives Zeichen. Im Hintergrund ist eine Glasscheibe und Teile eines Raums zu sehen.
    v. l: Björn Athmer, Regionalgeschäftsführer Allgäu der IHK Schwaben und Oberbürgermeister Christian Schoch, Stadt Kempten Foto: moriprint

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